der Unterschied zwischen Genie und Wahnsinn

Wie auch schon Picasso zu sagen wusste gibt es keinen Unterschied zwischen Genie und Wahnsinn. Einzig und allein der Umgang mit dem Wissen ist es, was den Unterschied ausmacht. Es handelt sich letztendlich um die Bewältigung der Ängste, die damit einhergehen, über ein Wissen zu verfügen, über das kein anderer verfügt. Dinge zu tun, die keiner vorher getan hat. So ergibt sich aus diesem Prozess für den Wahnsinnigen wie auch für das Genie automatisch die Abgrenzung zur Gesellschaft. Beides erfordert fast immer diese Abgrenzung. Diese Abgrenzung geschieht dann häufig in beiderseitigem Einverständnis. Dies ist der Moment in dem sich das Individuum in Richtung Genie oder in Richtung Wahnsinn entwickelt. Der Abgrenzungsprozess kann mit heftigen Ängsten verbunden sein, kann das Individuum in paranoide Zustände hineinführen, da es davon ausgeht im Gegensatz zur Masse der Bevölkerung nicht normal zu sein, Dingen zu denken, die nicht normal sind. Verharrt das Individuum in diesen Gedankengängen und ist nicht in der Lage den Teufelskreis zu durchbrechen, ergibt sich automatisch die Spirale in den Wahnsinn. Das Genie erlebt ähnliches entwickelt aber Methoden diese Gedanken und Angstperioden zu überwinden, kann dann in diesem Prozess gesellschaftliche Normen zumindest gedanklich überwinden und sein Geistespotenzial weiterhin sinnstiftend einsetzen. Die zwischenzeitliche Ausgrenzung aus der Gesellschaft wird überlebt und weitergedacht, das Genie kann dann in gedanklicher Freiheit seinen Weg gehen.

Ägyptische Initationsriten kennen diesen Prozess als die Nacht der schwarzen Seele, einen Geisteszustand den jedes Individuum, um sich selbst zu Befreien, durchlaufen muss. Es ist bekannt, das es Adepten gab die ein Leben lang in dieser tief schwarzen Nacht verharrten, andere starben, weil sie nicht in der Lage waren ihre tiefsten Ängste zu überwinden. Doch der, der wahrhaftig diese Nacht durchlebt hatte, war bereit die Wahrheit zu finden.

So scheint es also ob der ägyptische Weg der Initation ein zutiefst psychologisches Muster aufwies.

Ein Muster, welches uns heute helfen könnte mit Deppression-, Angst und anderen sogenannten psychologischen Störungen oder Krankheiten umzugehen. Vielleicht ist es wie in dem ägyptischen Ritus vollzogen ein natürlicher Abschnitt im Leben um gewisse biochemische – mechanische Vorgänge einzuleiten, die eine Strukturveränderung im Gehirn bewirken. Wenn dies der Fall ist handelt es sich bei der heutigen Psychologie häufig um die unbewusste Unterdrückung solcher natürlicher Vorgänge, indem der eigentliche Umstrukturierungsprozess durch Medikamente niedergehalten wird. Mir ist hierbei bewusst, das die Menschen nach diesen Medikamenten verlangen um den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, denn diese Prozesse sind in der heutigen Gesellschaft weder bekannt noch erwünscht. Doch sollte eine Bildungsprozess in dieser Richtung doch einiges an Verbesserung für die Betroffnen mit sich bringen.

Ein sehr prominenter Fall in dieser Richtung war wie jedem gut im Gedächtnis sein müsste John Nash, ein brillanter Mathematiker, welcher in der Mitte seines Lebens quasi für sehr lange Zeit in die Nacht der schwarzen Seele gefallen ist, ohne dies zu wissen. Ich gehe davon aus, das Nash die Selbstheilung seiner Schizophrenie eingeleitet hat, zum einen aufgrund seines brillant analytischen Verstandes aber auch weil er, dies vermute ich nur, wahrscheinlich in dieser Phase auch von solchen Initationsriten gelesen hat und ihm klar wurde, dass es sich im Falle seiner paranoid ausgeprägten Schizophrenie vermutlich um einen solchen Prozess handelte.

Angst in hohen Maßen wird sich immer in Hass und Gewalt weiterbilden. Das Individuum verdrängt und spaltet aus Selbstschutz diese Gefühle von seiner Persönlichkeit ab und verfällt somit dem sogenannten Wahnsinn. Ist man in der Lage die Polare zu hamonisieren, die Mitte in sich zu finden, ergibt sich daraus das Potenzial des Genies. Übrigens wie im Falle Nash zu sehen, kann der Prozess, der Ausstieg aus der Nacht der schwarzen Seele jederzeit gelingen. Dies ist eine Frage der Bildung, der Weiterbildung und der Herausforderung an sich selbst, seine schlimmsten Gefühle als natürlich zu akzeptieren, ohne daraus Handlungen gegen andere ableiten zu können.

Der Unterschied zwischen Genie und Wahnsinn ist die Fähigkeit zur ehrlichen auch fordernden Angstbewältigung.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s